Essig in der Waschmaschine: wie viel, wohin und wann besser nicht
Essig wird beim Wäschewaschen schon lange verwendet: Er hilft, Waschmittel- und Kalkreste auszuspülen, mindert Gerüche und macht Handtücher wieder saugfähig. Ein Wundermittel ist er aber nicht: Den Weichspüler ersetzt er nicht vollständig, und in manchen Fällen kann er sogar schaden. In diesem Artikel erklären wir, wie viel Essig Sie in die Waschmaschine geben, in welches Fach, wann er hilft und wann Sie besser darauf verzichten.
Die schnelle Antwort
- Wie viel: 100–125 ml (etwa ein halbes Glas) klarer Branntweinessig mit 9 % Säure pro Waschgang.
- Wohin: ins Weichspülerfach, damit der Essig in den letzten Spülgang gelangt.
- Wann: für Handtücher, Sportkleidung, riechende Kleidung und bei hartem Wasser.
- Niemals: mit Chlorbleiche mischen oder zusammen mit dem Waschmittel einfüllen.
Welcher Essig sich zum Waschen eignet
Verwenden Sie einfachen, klaren Branntweinessig (Tafelessig) mit 9 % Säure. Apfelessig kann färben, und Essigsäure mit 70–80 % ist zu stark: Sie müsste etwa 8- bis 9-fach verdünnt werden, unverdünnt kann sie Textilien, Gummi und Haut schädigen. Aromatisierte oder farbige Essigsorten eignen sich nicht zum Waschen. (Haushaltsessig mit 5 % Säure: knapp die doppelte Menge, also etwa 180–225 ml statt 100–125 ml. Essigessenz mit 25 % Säure: etwa 36–45 ml.)
Wie viel Essig in die Waschmaschine
| Wofür | Menge Essig mit 9 % | Wohin |
|---|---|---|
| Normales Spülen, weniger Geruch | 100–125 ml | Weichspülerfach |
| Handtücher, damit sie weicher werden und besser saugen | 125 ml | Weichspülerfach |
| Stark riechende Kleidung, Einweichen vor dem Waschen | 250 ml auf 4–5 l kühles Wasser, 30–60 Min. | Schüssel oder Waschbecken |
| Waschmaschine reinigen | Siehe eigenen Ratgeber | Waschmaschine reinigen |
Mehr Essig verbessert das Ergebnis nicht, solche Mengen schaden nur Dichtungen und Textilien.
Warum der Essig ins Weichspülerfach gehört und nicht zum Waschmittel
Waschmittel wirken in einem leicht alkalischen Milieu, Essig ist dagegen eine Säure. Geben Sie ihn zusammen mit dem Waschmittel hinein, neutralisiert er einen Teil davon, und die Wäsche wird schlechter sauber. Auch Enzyme arbeiten am besten in dem Milieu, auf das sie abgestimmt sind. Der Inhalt des Weichspülerfachs gelangt erst im letzten Spülgang in die Trommel, wenn das Waschmittel bereits ausgespült ist. Dort tut der Essig genau das, wofür er gedacht ist: Er löst Rückstände und Kalk.
Wann Essig wirklich hilft
Handtücher sind hart und saugen schlecht
Die häufigste Ursache ist ein Belag aus Weichspüler und Waschmittel auf den Schlingen. Essig löst ihn, sodass die Handtücher wieder Wasser aufnehmen. Für Handtücher nehmen Sie am besten entweder Essig oder eine sehr kleine Menge Weichspüler, aber nicht beides zusammen. Mehr dazu: Handtücher und Bettwäsche gegen Gerüche waschen.
Kleidung riecht nach dem Waschen muffig oder nach Schweiß
Essig hilft, Rückstände auszuspülen, die Gerüche festhalten. Schweiß und Hautfett selbst werden aber nicht vom Essig, sondern vom Waschmittel entfernt: Eiweiß- und Fettverschmutzungen bauen Enzymwaschmittel am besten ab. Essig ist also ein Helfer, kein Ersatz für Waschmittel. Mehr dazu: Geruch aus Kleidung entfernen.
Hartes Wasser und raue Wäsche
Bei hartem Wasser lagert sich Kalk auf den Textilien ab, die Wäsche wird rau und die Farben stumpf. Essig löst den Kalk. Mehr dazu: Waschen bei hartem Wasser.
Weiße Waschmittelflecken
Bleiben auf dunkler Kleidung weiße Streifen zurück, hilft Essig im Spülgang, sie zu lösen. Prüfen Sie aber zuerst die Dosierung: Rückstände entstehen meist durch zu viel Waschmittel. Mehr dazu: Waschmittelrückstände auf Kleidung.
Kann Essig den Weichspüler ersetzen?
Teilweise. Essig entfernt Rückstände und Kalk, dadurch wird der Stoff weicher, als er ohne alles wäre. Weichspüler wirkt jedoch anders: Seine kationischen Wirkstoffe legen sich als dünner Film um die Faser, sodass der Stoff glatter wird, sich weniger elektrisch auflädt und leichter bügeln lässt. Essig verleiht keinen Duft und verringert die statische Aufladung nicht so wie Weichspüler.
In der Praxis: Für Handtücher und Sportkleidung eignet sich Essig oft besser, für Alltagskleidung, Bettwäsche und Pullover aus Synthetik eher Weichspüler. Der Ecozyme Weichspüler wird mit 10 ml pro Kilogramm Wäsche dosiert und eignet sich für alle Textilien außer Seide und Wolle. Wann Sie auf Weichspüler verzichten können, lesen Sie im Artikel Weichspüler: Braucht man ihn wirklich?
Essig und Weichspüler in denselben Spülgang zu geben, lohnt sich nicht: Die Säure schwächt die Wirkung des Weichspülers.
Wann Sie keinen Essig verwenden sollten
- Zusammen mit Chlorbleiche. Essig und Chlor setzen zusammen giftiges Chlorgas frei. Mischen Sie sie niemals, auch nicht in verschiedenen Fächern im selben Waschgang.
- In großen Mengen bei jeder Wäsche. Häufiger und reichlicher Essiggebrauch kann die Alterung von Türdichtung und anderen Dichtungen beschleunigen. Bleiben Sie bei 100–125 ml und verwenden Sie Essig nur, wenn es nötig ist.
- Ohne Test bei nicht farbechten Textilien. Meist hilft Essig sogar, Farben zu erhalten, bei kräftig gefärbten oder handgefertigten Stoffen testen Sie ihn aber zuerst an einer unauffälligen Stelle.
- Statt Waschmittel. Essig wäscht keinen Schmutz heraus. Er hilft nur beim Spülen.
Riecht die Wäsche dann nach Essig?
Nein. Der Essiggeruch verfliegt beim Spülen und Trocknen. Trockene Wäsche riecht neutral. Riechen Sie Essig, haben Sie zu viel genommen oder die Wäsche ist nicht ganz trocken.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Essig gebe ich beim Waschen in die Waschmaschine?
100–125 ml klaren Essig mit 9 % Säure ins Weichspülerfach. Für die Reinigung der Waschmaschine gelten andere Mengen, Sie finden sie im Reinigungsratgeber.
Kann ich Essig ins Waschmittelfach geben?
Besser nicht. Der Essig neutralisiert einen Teil des Waschmittels, und die Kleidung wird schlechter sauber. Geben Sie ihn ins Weichspülerfach.
Bleicht Essig die Wäsche?
Nein, Essig ist kein Bleichmittel. Er kann weiße Wäsche sauberer aussehen lassen, weil er gräuliche Rückstände abspült, Flecken und Vergilbungen entfernt er aber nicht.
Eignet sich Essig zum Waschen von Handtüchern?
Ja, das ist eine seiner besten Anwendungen: Handtücher werden weicher, saugen besser und riechen weniger muffig.
Schadet Essig der Waschmaschine?
In üblichen Mengen und nicht bei jeder Wäsche schadet er nicht. Wer sehr oft große Mengen verwendet, riskiert, dass die Gummidichtungen schneller altern. Manche Hersteller raten von Essig ab, deshalb lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung.
Kann ich Essig zusammen mit einem Enzymwaschmittel verwenden?
Ja, wenn das Waschmittel ins Hauptwaschfach und der Essig ins Weichspülerfach kommt. Dann erledigt das Waschmittel seine Arbeit, und der Essig wirkt nur beim Spülen.
Fazit
Essig ist ein günstiger und nützlicher Helfer beim Spülen: 100–125 ml Essig mit 9 % im Weichspülerfach helfen bei Handtüchern, Sportkleidung und hartem Wasser. Er ersetzt aber weder das Waschmittel noch ganz den Weichspüler und wird niemals mit Chlor gemischt. Für ein sauberes Ergebnis sorgen ein gutes Waschmittel und die richtige Dosierung, der Essig rundet es nur ab.




